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Von den Repräsentanten der internationalen Konzernzusammenarbeit GM / PSA - Info Nr.6

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Internationaler Informationsbrief GM-PSA

Nr. 6 – September 2014

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ihr hattet vor wenigen Tagen den Internationalen Informationsbrief Nr. 5, u.a. zum Kampf gegen die Schließung des Opel Werkes in Bochum/Deutschland, erhalten. Wir dokumentieren dazu einen Artikel der Kollegenzeitung „Blitz“ vom 23. September 2014:

„Streik ?! - Wenn nicht jetzt, wann dann!

Ja, der „Blitz" hat schon oft zum Streik aufgerufen. Das war immer richtig - aber es ist nicht wie immer! Die gestrige Betriebsversammlung in Bochum unterstrich unsere klare Argumentation für den Streik:

1. Werksleiter Gellrich brachte es fertig, zu behaupten: „Das ist keine Erpressung, das ist einfach clever, wenn Sie bis 30.9. unterschreiben." Wenn einer ein Todesurteil kriegt und die Wahl hat zwischen Erschießung und Selbstmord - dann ist das ja schließlich auch keine Erpressung?? Dafür gab es Buh-Rufe und Pfiffe. Waren vorher immer noch Hoffnungen geweckt worden, dass bei den Verträgen noch Änderungen erfolgen, so machte Dunkel von der Personalabteilung klipp und klar: von GM/Opel wird nichts geändert. Kaltschnäuzig wollen sie ihre Erpressung durchziehen.

2. Trauermusik beim Einlass und ein großes Transparent „Wir waren Opelaner mit Herz und Seele" unterstreichen, dass sich Betriebsratsspitze und führende Gewerkschaftsfunktionäre mit der Werksschließung längst abgefunden haben. Mit dieser Beerdigungsstimmung kamen sie nicht durch. Viele kämpferische Beiträge sprachen sich gegen die Werksschließung aus, gegen die Kapitulation, gegen die Unterschrift unter den Vertrag und stattdessen für den Kampf.

3. Rainer Einenkel (Anm.: der Betriebsratsvorsitzende) versucht, an das Bedürfnis nach „Sicherheit" zu appellieren. „Sicher" an dem Vertrag ist aber nur, dass die Arbeitsplätze weg sind. „Sicher" sind massive Einbußen beim Arbeitslosengeld und später bei der Rente. Als letztes vermeintlich geniales AS zog Einenkel die „Geltendmachung" aus dem Ärmel. Sie hat rechtlich so viel Bedeutung, wie wenn man einen Vertrag beim Autokauf unterzeichnet und dem Verkäufer dazu noch einen Fresszettel gibt, man wolle doch noch bitte einen Rabatt und Sonderausstattung haben.

4. Das Allerletzte ist, dass Geschäftsleitung und Betriebsratsspitze, nachdem sie mit ihrem Kapitulationskurs nicht durchkommen, zu übelsten Methoden der undemokratischen Unterdrückung, Verleumdung und ätzendem Mobbing greifen — gegen die kämpferischen Kräfte, die für den aufrechten Gang im Kampf um die Werksschließung stehen. Vor dem Tor stehen Delegationen der Stahl- , Ford- und Daimler-Arbeiter aus Düsseldorf. Die Betriebsratsspitze missbraucht wieder ihr Hausrecht und sperrt die Unterstützer aus. Die Versammlung wurde beendet, obwohl noch über zehn Redebeiträge angemeldet waren. Natürlich können auch wieder die Lügen nicht fehlen - so, dass die "offensiven" alle ihr Schäfchen bereits ins Trockene gebracht hätten. Da schließt man wohl von sich auf andere! Betriebsrätin Annegret Gärtner-Leymann widerlegt das überzeugend in ihrem Redebeitrag.

5. Ein Hauen und Stechen aller internationalen Großkonzerne ist entbrannt um die Pole-Position am Ende der Weltwirtschafts-   und   Finanzkrise. Deshalb drehen alle Konzerne an der Ausbeutungsschraube.

6. Die Zeiten ändern sich. Nach den Lok-Führern und den Piloten hat nun auch ver.di bei Amazon einen neuen Streik begonnen. Der Daimler-Konzern greift die Arbeiter in allen Werken   gleichzeitig   an. Rufe   nach Kampfmaßnahmen und Streiks in vielen Werken nehmen zu. Im Bergbau gewannen 100 Kumpel ihre Klage gegen den Schandtarifvertrag, „freiwillig" aus zu scheiden. Christian Link gewinnt... Der RAG-Plan,den Bergbau stillschweigend zu beerdigen, beginnt zu scheitern. Unser Kampf ist im Interesse aller Arbeiter und wir haben Verantwortung für die gesamte Arbeiterbewegung!

Fazit: Gellrich und Dunkel wollen uns zur ruhigen Abwicklung bewegen. Strehl macht den Puffer. Einenkel eiert, um die Belegschaft nicht ganz zu verprellen.

Sicher ist nur eins: Die Belegschaft kann sich auf sich selbst und die Arbeitersolidarität verlassen. Helfen wir denen im Dl (Anm.: gemeint ist die Geschäftsleitung) auf die Sprünge!“

Internationale Solidarität mit den Bochumer Opelanern ist wichtig!

Der Solidaritätskreis für den Kampf der Opelaner hat bis jetzt 41.149,95 € für die Streikkasse gesammelt und 1.337,92€ für Prozesskosten kämpferischer Kollegen.

Solidaritätserklärungen – gerade auch von gewerkschaftlichen Gremien - für den Kampf der Opelaner können an folgende Adressen gerichtet werden:

Betriebsrat Opel Bochum: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vertrauenskörperleitung der IG Metall: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Offensiv Betriebsratsliste: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Nachrichtenportal rf-news: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

oder auch an die Repräsentanten der internationalen Konzernzusammenarbeit bei GM, die es gerne weiterleiten:

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Opel vernichtet 500 Arbeitsplätze in Russland

Nach Informationen der Nachrichtenagentur „Reuters“ will Opel in Russland die Produktionszahlen senken und vernichtet rund 500 Arbeitsplätze.

Opel erklärte am 16. September, es würde die Produktion in seinem Werk in St. Petersburg, wo der Opel Astra und der Chevrolet Cruze gebaut werden, um eine Schicht pro Tag reduzieren. Darüber hinaus soll ein Viertel der 2.000 Beschäftigten mit einer „freiwilligen Abfindung“ gehen.

Trauer um den Freund und Genossen Dirceu Travesso („Didi“)

Mit diesem Brief wollen wir auch an unseren Freund und Kollegen Dirceu Travesso, genannt Didi, erinnern, der vor wenigen Tagen einer schweren Krankheit erlegen ist. Didi war ein führender Vertreter der CSP Conlutas in Brasilien und hat sich viele Jahre unermüdlich für die internationale Arbeitereinheit eingesetzt. Er hat die Vorbereitung der internationalen Automobilarbeiterkonferenz aktiv unterstützt, internationale Aktionstage und gemeinsame Beratungen mit vorbereitet und solidarisch und hilfsbereit Besucher aus anderen Ländern in Brasilien immer herzlich aufgenommen. Wir werden sein Andenken bewahren!

Mit solidarischen Grüßen

Mancha/Brasilien, Frank Hammer/USA und Fritz Hofmann/Deutschland