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Aufruf der Internationalen Automobilarbeiterkoordination zum 1. Mai 2016 und zum Welttag für Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit (28. April)

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26. April 2016

Aufruf der Internationalen Automobilarbeiterkoordination zum 1. Mai 2016 und zum Welttag für Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit (28. April)

Automobilarbeiter, machen wir den 1. Mai zu einem Tag der Überwindung der Spaltung in Konzerne und Nationen – und zu einem weltweiten Kampftag der Automobilarbeiter für Lohn, Arbeitsplätze und Schutz der Umwelt!

Weltweit führen Automobilarbeiter bedeutende Kämpfe gegen Entlassungen, Lohndrückerei, Werksschließungen und für gewerkschaftliche Rechte: wie die Renault-Kollegen in der Türkei, die GM-Belegschaften in Brasilien, Indien, Kolumbien und Deutschland, die Tata-Arbeiter in Indien, die Lear-Arbeiter in Südafrika, Daimler-Arbeiter in Deutschland oder VW-Belegschaften in verschiedenen Ländern. Dabei haben wir gemeinsame Gegner: "Konzerne und Regierungen verbreiten die Lüge des sozialverträglichen Arbeitsplatzabbaus, dämpfen die Widersprüche mit Kurzarbeitergeldern oder Sonderprämien, spielen unsere Sorge um die Umwelt und ihre Verteidigung gegen Arbeitsplätze aus und erpressen uns in allen Ländern mit der Konkurrenz durch andere Standorte oder versuchen, uns die Arbeitsplätze mit Abfindungen kampflos “abzukaufen“.

Mit der Gründung im Automobilarbeiterkoordination im Oktober 2015 bauen wir demgegenüber eine überlegene Kraft auf, die Kraft der internationalen kämpferischen Automobilarbeiterbewegung unterschiedlicher Werke, Konzerne und Länder. Wir stellen uns großen Herausforderungen: „Immer weniger Menschen können und wollen sich damit abfinden, dass ihnen und besonders der Jugend die Zukunft genommen wird. Während die Unternehmen und das Kapital in allen Ecken der Welt Geschäfte machen, wird den Arbeitern und dem Volk das Recht zu migrieren verweigert, was zu Tragödien geführt hat, vor allem in den armen Ländern. In der ganzen Welt kämpfen Arbeiterinnen und Arbeiter gegen kapitalistische Ausbeutung, gegen die Ausbeutung von Kindern, gegen die besondere Unterdrückung der Frauen, Diskriminierung und Sexismus, Volksmassen gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf ihren Rücken, gegen Umweltzerstörung und Kriege, gegen Diskriminierung nach Hautfarbe, Herkunft oder sexueller Identität. Wir Automobilarbeiter sind ein bedeutender Teil von Hunderten Millionen Industriearbeitern. Wir setzen alles daran, dass wir gemeinsam eine überlegene Kraft werden gegenüber dem internationalen Finanzkapital, das heute die Weltwirtschaft und -politik und die staatlichen Unterdrückungsapparate beherrscht.“ (Zitate aus der Gründungsresolution).

Wir rufen alle Automobilarbeiter, Frauen und Männer und mit dem Kampf der Automobilarbeiter Verbundenen auf, Mitglied der internationalen Automobilarbeiterkoordinierung zu werden!

In der ganzen Welt verunglücken Millionen von Arbeitern und hunderttausende Personen sterben bei der Ausführung der Arbeit. Nach Schätzungen der ILO passieren jedes Jahr auf der Welt rund 270 Millionen Arbeitsunfälle, zusätzlich rund 160 Millionen Fälle von Berufskrankheiten pro Jahr. Außerdem sterben gemäß der ILO im Durchschnitt jeden Tag fünftausend Arbeiter durch Unfälle oder Krankheiten in Verbindung mit der Arbeit. Mehr als drei pro Minute. Von den toten Arbeitern sind 22.000 Kinder; Opfer der Kinderarbeit. Dies sind Zahlen größer als in irgendeinem aktuellen Krieg. Unter den Arbeitern der Automobilindustrie ist die Situation nicht anders trotz der ganzen technischen Fortschritte. Die großen multinationalen Autokonzerne sind damit beschäftigt, ihre Gewinne zu sichern und zu vergrößern und investieren nicht ausreichend in Sicherheit und Gesundheit der Arbeiter. Das Ergebnis ist, das wir in den Unternehmen eine große Anzahl an Verletzten haben, die nach einem Unfall diskriminiert und verachtet werden. Die Unfälle und Todesfälle ereignen sich, je mehr sich die Unsicherheit der Arbeitsplätzeerhöht. Wir müssen diese Diskussion zu all unseren Arbeitsstätten tragen, in diesen Tagen zwischen dem 28. April und dem 1. Mai, die in verschiedenen Ländern stattfinden wird, gemäß des Entschlusses unserer internationalen Automobilarbeiterkonferenz.

Schluss mit Todesfällen und Unfällen auf der Arbeit!

Lasst uns mit kämpferischen Aktivitäten am 1. Mai – dem internationalen Kampftag der Arbeiterklasse – und am 28. April, dem Welttag für Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit – die internationale Arbeitereinheit stärken!

 

Das Datum in Gedenken an die Opfer von Arbeitsunfällen, 28. April, tauchte in Kanada auf aufgrund der Initiative der Gewerkschaftsbewegung, die Ausbreitung in verschiedene Länder durch die Gewerkschaften, die Verbände, die lokalen und internationale Bündnisse. Der Tag wurde aufgrund eines Unfalls ausgewählt, bei dem im Jahre 1969 78 Arbeiter in einer Mine in Virginia, USA, getötet wurden. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat seit dem Jahr 2003 diesen Tag der Reflexion über die Sicherheit und Gesundheit der Arbeit gewidmet.

 

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