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2. Newsletter der Sprecher der Kollegen/-innen des VW Konzerns der 1. internationalen Automobilarbeiter Konferenz (IAC)

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Liebe Kollegen und Kolleginnen auf der ganzen Welt!

Herzliche Grüße aus Deutschland!

Das ist nun das 2. Newsletter der Sprecher der Kollegen/-innen des VW Konzerns der 1. internationalen Automobilarbeiter Konferenz (IAC). Viele wissen das es ein sehr ereignisreiches Jahr war in dem offensichtlich wurde, das der Konzern seit Jahren die Weltbevölkerung vergiftet, belügt und betrügt um zur Nr. 1 bei den Profiten zu werden.

Das war nur möglich, weil der VW Konzern viele staatliche Stellen hinter sich hatte die ihm das ermöglichten. In Deutschland ist es das Kraftfahrtbundesamt (KBA) dessen Chef der reaktionäre Minister Dobrindt ist, der die Fälschung der Abgaswerte durchgesetzt hat. Wir fordern seinen Rücktritt! Ebenso das Umweltbundesamt das der heutige Wirtschaftsminister Gabriel führte und der Kritiker aus den eigenen Reihen entfernte, die den Betrug aufdecken wollten. Und auch das Kanzleramt, welches Kanzlerin Merkel bei USA Besuchen oder in den verschiedenen EU Gremien dabei beriet, wie die Abgaswerte und deren Manipulation vertuscht werden können. Viele europäische Gremien sind beteiligt, weil es nur so möglich war, das so gut wie alle Autokonzerne in diesen Betrug verwickelt sind. Diese VW Krise weiter sich mehr und mehr aus. Auch Audi ist aktiv beteiligt (3,0 L Motor) und wurde in der Presse sogar als „die Mutter des Betrugs“ bezeichnet.

Immer mehr Firmen sind darin verwickelt und immer weitere staatliche Stellen. Während kein Verantwortlicher zur Rechenschaft gezogen wurde, kassieren Piech oder Winterkorn weiter Millionen. Die Strafzahlungen die VW in den USA leisten muss, soll vor allem die Bevölkerung in den Städten bezahlen, die VW Standorten haben, weil diesen Städten die Gewerbesteuer gekürzt wird.

In Deutschland haben sich seit Sommer 2016 auf Initiative von IAC-Kollegen an verschiedenen Standorten „Widerstands-Komitees“ gegen die Abwälzung der VW-Krise auf die Belegschaft und die Steuerzahler gegründet. Solche Komitees gibt es bisher in Kassel, Braunschweig/Wolfsburg, Hannover und Heilbronn. Die Komitees sammeln Unterschriften unter ein Zukunftsprogramm der Kollegen (siehe IAAR – Homepage auch auf spanisch). Sie machen Veranstaltungen (Heilbronn z.B. zum Wasserstoffantrieb), Kundgebungen und beraten auch Aktionen in den Werken. Sie sprechen sich ausdrücklich gegen das Ausspielen von Arbeitsplätzen gegen Umweltschutz aus und für ein modernes Verkehrssystem, welches den Individualverkehr einschränkt. Es ist wichtig, immer mehr Kollegen und Leute aus der Bevölkerung zusammen zu schließen und über die Komitees auch die IAC zu stärken.

Der „Zukunftspakt“ vom VW-Vorstand und der rechten Betriebsratsspitze ist ein Angriff auf die ganze Bevölkerung. Von der Gewerkschaftsführung und auch der Landes- und Bundesregierung, sowie Politkern aller bürgerlichen Parteien in Deutschland wurde der Pakt begrüßt! Bis 2020 soll bei VW in Deutschland jährlich 3 Milliarden Euro „eingespart“ werden. Der Abbau von 23.000 Arbeitsplätzen in Deutschland und in anderen Ländern ist erst der Anfang. Wir erwarten, dass es ähnliche Programme auch bei Audi und anderen Marken geben wird. Bei Audi wurde bereits der Abbau einer Nachtschicht angekündigt. Nach großem Protest in der Belegschaft und einzelnen kämpferische Aktionen wurde das wieder zurückgenommen. Dafür sollen jetzt Leiharbeiter entlassen werden.

Deutschland ist bekannt für seine Wortschöpfungen und seine Lebenslügen. So sollen der Abbau der Arbeitsplätze „sozial“ sein. Das Wort heißt „sozialverträglich“. Es ist gelogen, weil 1000de Leiharbeiter „freigestellt“ werden und weil die Arbeitsplätze auch für die Jugend weg sind. Älterer können über ein Teilzeitmodell eher aufhören zu arbeiten und erhalten dafür ca. 80 % des ehemaligen Lohnes. Man nennt das „ Altersteilzeit“. Man muss aber über 70% der Älteren dazu bringen darauf einzugehen, sonst wird der Arbeitsplatzabbau mit dieser Methode nicht funktionieren. Massenversetzungen und anderer Arten des „Mobbings“ sollen da „nachhelfen“. Auch soll es für die Stammbelegschaft bis 2025 keine sogenannten „betriebsbedingten Kündigungen“ geben. Alle die weiter arbeiten „dürfen“, sollen die Produktivität bis 2020 um 25 % steigern, denn VW sei unrentabel!? Tatsache ist, dass VW bis 2015 Jahr für Jahr Rekordgewinne gemacht hat. Ebenso verlangt der Gesamt-Betriebsrat Osterloh einen Plan zur Überwindung der „Verluste“ in den ausländischen Werken! Er ist Präsident des Welt-Konzern-Betriebsrates und fordert damit indirekt, das auch bei VW in Brasilien und Argentinien 7.000 Arbeitsplätze abgebaut werden und jährlich 700 Millionen eingespart werden. Wir würden gern wissen wie da die Kollegen denken! Es ist nun unsere Pflicht unsere Solidaritäts-Charta umzusetzen, die wir vor knapp 2 Jahren gemeinsam verabschiedet haben!

VW und die Betriebsratsspitze sind in der Defensive. Bei verschiedenen Betriebsversammlungen und Vertrauensleuteversammlungen in den letzten Wochen wurde die sonst übliche Aussprache/Diskussion abgesetzt, weil sie Angst vor der Meinung der Kollegen haben. Die Kollegen müssen sich das Recht erkämpfen laut ihre Meinung zu sagen und die Auseinandersetzung zu führen! Im Werk Kassel ist es gelungen, das Rederecht trotzdem durchzusetzen. Alle Kollegen, die gesprochen haben, waren gegen den Zukunftspakt. Das Co-Management der IG Metall Führung scheut die offene Auseinandersetzung, weil sie wissen, das sie gegen die Kollegen handeln. Da, wo es ganz konkrete Angriffe gibt, wie den Abbau der Nachtschicht bei Audi, oder den Wegfall ganzer Produktionsbereiche wie Wärmetauscher-Produktion in Hannover, sind der Proteste am größten. Wenn in den nächsten Wochen klarer wird, was der Zukunftspakt für die einzelnen Werke bedeutet, wird auch der Widerstand größer.

Es wird behauptet, der Zukunftspakt sei nötig wegen der Umstellung auf Elektromobilität. Die Folgen der Umstellung auf Elektromobilität werden in der ganzen Automobil- und Zuliefererindustrie eine neue Strukturkrise auslösen.

Die Kollegen in der IAC fordern:

Das Co-Management der IGM-Spitze muss abgelehnt und die kämpferische Richtung gestärkt werden,. Die Kollegen müssen für den Kampf um jeden Arbeitsplatz und für die 30 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich gewonnen werden. Die Verantwortlichen müssen bestraft werden und mit ihrem Privatvermögen haften. Die Piech-Familie alleine hat 60 Milliarden Privatvermögen! Aus Kassel gibt es einen Aufkleber „Knast statt Boni“, der gut ankommt. Die geprellten Autokäufer /-innen müssen entschädigt werden. Sie werden bald merken wie ihre Autos an Wert verloren haben.

Unbedingt muss für die gegenseitige Information die IAC-Homepage: www.iaar.de auch in der jeweiligen Landessprache genutzt werden. Ein Newsletter kann das nicht ersetzen. Jeder Kollege oder Organisation kann seine Infos oder Fragen an diese Homepage senden und sie müssen dann selbstständig übersetzt werden. Wir müssen sie zu einer internationalen Seite machen! Deshalb müssen in jedem Land auch mehr Übersetzer gewonnen werden!

Es ist wichtig, dass wir international die Solidarität organisieren und uns sofort informieren, Solidaritätsbotschaften schicken, usw.

Hoch die internationale Solidarität!